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Katastrophenschutzübung in Konradsdorf

(MHD). „Ein Gebäude ist eingestürzt – vermutlich 20 teils schwer Verletzte, die zügig behandelt und betreut werden müssen. Die Zeit drängt, die Feuerwehr beginnt mit der Rettung der Personen.“ Zum Glück war das nur ein fiktives Szenario – eines auf das die beiden Sanitätszüge (1. SanZug Malteser Hilfsdienst, 2. SanZug Arbeiter Samariter Bund) und der Betreuungszug (2. Betreuungszug Johanniter Unfall Hilfe) des Katastrophenschutz Wetteraukreis gut vorbereitet sind.

Am 29. April veranstalteten die genannten Teileinheiten eine Übung zum Thema „Behandlungsplatz 25“, welcher im Konzept des Landes Hessen vorgegeben ist. Dazu ist neben den medizinischen Kenntnissen auch technisches und logistisches Wissen wichtig.

Tagesaufgabe war es, sich voll und ganz auf den Aufbau, Betrieb und die Versorgung der Verletzten entsprechend des Landeskonzeptes zu konzentrieren und so wurden die Verletzten von einer fiktiven Feuerwehreinheit aus der Schadenstelle gerettet. Die Helfer holten die Patienten am Übergabepunkt ab und brachten sie zu dem aus drei aufblasbaren Zelten in Windeseile errichteten Behandlungsplatz. Hier wurden alle Betroffenen gesichtet und anschließend entsprechend ihrer Verletzungen behandelt. Schwere Fälle wurden durch per Funk angeforderte fiktive Rettungshubschrauber und –wagen nach der Erstversorgung abtransportiert. Die Verletztendarsteller wurden vom Team für „Realistische Unfalldarstellung“ (RUD, JUH Bad Nauheim) überzeugend geschminkt und mit Staub überzogen, dazu kam eine nahezu oscarreife schauspielerische Leistung der einzelnen Darsteller – damit wirkte das Szenario geradezu greifbar. Ohne die gut sichtbare Weste mit der Aufschrift „Übungsleiter“ die Sebastian Kleespies (MHD) an diesem Tag trug, hätte ein sich in den hintersten Winkel verirrter Samstagsspaziergänger womöglich von einer Tragödie an der Schule in Konradsdorf berichtet.

Für viele Helfer der Organisationen war diese Übung der erste Einsatz dieser Größenordnung und so gab es viel Neues zu entdecken und Lehrreiches zu erleben. Die Zugführer Annekatrin Heinicke (ASB) und Markus Jakob (MHD), die gemeinschaftlich den Behandlungsplatz geführt hatten, waren nach der Übung körperlich und geistig stark beansprucht aber zufrieden mit der Leistung ihrer Helfer. „Wir haben heute viel voneinander lernen können.“ resümierte Annekatrin Heinicke. Auch Hagen Vetter von der Katastrophenschutzbehörde des Wetteraukreise war als Beobachter zugegen und bedankte sich bei allen Helfern: „Diese Übungen zeigen wie wichtig Routine ist und wo wir noch Verbesserungsbedarf haben. Insgesamt eine tolle Leistung der ehrenamtlichen Kräfte hier vor Ort.“

Auch die 21 Helfer, 20 Darsteller, das Schminkteam und die Beobachter waren nach der fast dreistündigen Übung in voller Ausrüstung bei strahlender Aprilsonne mächtig geschafft. 8 Familienpizzen und mehrere Kästen kalter Getränke waren nach wenigen Minuten verputzt.

Bei einer intensiven Nachbesprechung für die Helfer durch die 3 Übungsbeobachter wurden kleinere und größere Verbesserungsbereiche aufgetan. Besonders hervorgehoben wurde die Tatsache, dass „heute alle Helfer die gleiche Uniform trugen“, so Sebastian Kleespies (MHD). Auch Julia Zöller (JUH) war von der Kooperation zwischen den einzelnen Teileinheiten begeistert. „Dafür, dass sich die meisten noch vor dem morgen nicht kannten, arbeiteten alle Hand in Hand.“

Die Organisatoren der Übung danken Herrn Hagen Vetter für die logistische Unterstützung und der Gesamtschule Konradsdorf, vertreten durch die Schulleiterin Birgit Schmieden-Lührmann, für die Bereitstellung des Geländes für die Übung.

veröffentlicht am: 12.05.2017

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